Sie sieht mit dem Gemüt (nicht mit den Augen)

Freitag, 11.09.2026, 20.00 Uhr
Samstag, 12.09.2026, 18.00 Uhr
Queerfeministischer Raum

Wie entsteht Liebe? Ein Mensch steht in seiner Küche und liebt jemanden, der nicht da ist. Er belebt Gegenstände, folgt einem Rezept und projiziert sich selbst auf Smoothiemixer, Toaster und Eieruhr. Sein Begehren, so die Vermutung: kein Blitz, sondern ein auswendig gelerntes Kochrezept, das aus TikTok-Trends, steamy Fantasy Smut und dem Blick anderer besteht. Shakespeare lässt Helena im „Sommernachtstraum“ sagen: Sie sieht mit dem Gemüt, nicht mit den Augen. Ja, wir selbst sind es, die das Objekt unserer Sehnsucht erschaffen und unser Augenstern, Babybunny, Schätzli wird zur Leinwand.

In dieser Produktion nutzt Schauspieler Vitaliy Korobovsky collagiertes Textmaterial nach Roland Barthes, Shakespeare, Annemarie Schwarzenbach und eigenem Schreiben, um der geliebten Person zu begegnen. Die Inszenierung fragt nicht, ob Liebe scheitert. Sie fragt: Wer schaut wen an und welche Geschichten haben sich in die Blicke eingetragen? Wie könnte die Liebe aussehen, wenn wir aufhören, die andere Person fertigzudenken? Wenn der Blick nicht mehr vervollständigt, sondern innehält?

Regie und Spiel

Meret Mareike Behschnitt (Regie und Ausstattung), in Zürich aufgewachsen, studiert Bachelor Regie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Theater, zeitgenössischem Zirkus und Performance; stets getragen vom Wunsch, Körper, Klang und Erzählung neu in Beziehung zu setzen. 2023 schloss sie ihren Bachelor in Sprach‐ und Literaturwissenschaft sowie Geschichte an der Universität Zürich ab. Praktische Erfahrungen sammelte sie als Regieassistentin an der Operettenbühne Arth, beim Theater REAKTIV sowie am Theater Kanton Zürich. 2024 assistierte sie bei Jozef Houben, dessen physisch-clownesker Ansatz ihre Arbeit prägt. An der Theaterakademie inszenierte sie „Die Stärkere» (2024) und „Lightyears Beyond the Expected» (2025). Ihre Produktion „Alice» (2026) macht Nonsens zur theatralen Praxis und öffnet einen bunt schillernden Raum neuer Möglichkeiten.

Vitaliy Korobovsky (Darsteller) wuchs in der Nähe von Odessa in der Ukraine auf. Mit 17 Jahren
begann er sein Schauspielstudium an der Nationalen Universität für Theater, Film und Fernsehen in Kyjiw. Aufgrund des Krieges zog er 2022 nach München. Dort war er zunächst Gasthörer an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, wo er erfolgreich Deutsch lernte und Schauspiel studierte, bevor er dort 2024 offiziell als Schauspielstudent aufgenommen wurde. Er war an zahlreichen Produktionen sowohl innerhalb der Bayerischen Theaterakademie als auch in freien Projekten beteiligt.

Aware­ness und Zugäng­lich­keit

Trigger­warnungen

Die Inszenierung behandelt das Scheitern romantischer Projektionen und die Frage nach echter Begegnung. Gewalt, emotionale und physische, ist damit implizit auch Inhalt des Stücks. In einem auditiven Einspiel wird sexualisierte Gewalt jedoch sehr explizit und graphisch beschrieben. Darüber hinaus wird eine nackte, aufblasbare Frauenpuppe als Bühnenelement verwendet. In einer Szene umarmt der männlich gelesene Spieler die Frauenpuppe mehrfach und heftig.

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Barriere­freiheit

Der Raum ist für Personen im Rollstuhl erreichbar, aber nicht barrierefrei. Zum Raum führt ein Treppenlift, der nur über ein Kopfsteinpflaster erreichbar ist. (Weitere Informationen)

Fairycoon (Fairy Raccoon mit bunten Schmetterlingsflügeln)