agnus dei





Donnerstag, 10.09.2026
18.00 Uhr
Tojo Theater
«ICH WERDE DICH IM TAUFBECKEN ERTRÄNKEN UND DANN SCHMILZT DIR DIE HAUT VOM GESICHT WEIL ES UNHEILIG IST SO EINE HÄSSLICHE FRESSE ZU HABEN.»
Ein Dorf, ein Pastor, ein Todesfall, ein Gericht und eine Gemeinschaft, die sich selbst zerfleischt. Schuld am Ganzen trägt, wie kann es anders sein, das erbsündige Geschlecht.
Das BeST-Ensemble entwickelt seine dritte Eigenproduktion. Inspiriert von Arthur Millers The Crucible verbindet das neue Stück historische Hexenverfolgungen und Sagen zu einer zeitgenössischen Theaterinszenierung.
Im Zentrum des Stücks steht die junge Magd Alma, deren Geschichte das Dorf nicht hören will. Folglich durchlebt sie, welche Version der Geschichte das Dorf bereit ist zu glauben. Was als harmlose Spielerei von Anklagen beginnt, entwickelt eine Dynamik, die fatale Ausmasse annimmt und entlarvt sich als das, was es immer war: ein System aus Angst, Neid, sexueller Gewalt und Macht. Die Macht, anderen Gehör zu verschaffen. Die Macht, sich selbst Gehör zu verschaffen. Aber who the fuck is John Proctor? Diese Adaption kommt ohne den übergriffigen Pseudo-Helden aus und überlässt erstmals den eigentlichen Protagonistinnen der Geschichte die Bühne.
Das Stück verbindet Millers Werk mit Elementen aus der Schweizer Sagenwelt und Volksfrömmigkeit und macht sichtbar, wie eng Aberglaube, Kirche und Rechtsprechung einst verflochten waren. Somit öffnet sich der Raum für eine tiefgehende Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte. Die Grenzen zwischen Fiktion, historischer Realität und Mythos verschwimmen und geben den Blick auf universelle Mechanismen frei: Wie entsteht ein Sündenbock? Wann wird Angst zur Waffe? Und was geschieht mit denen, die sich dem kollektiven Narrativ entziehen?
Über das BeST-Ensemble
Das BeST-Ensemble ist eine Gruppe an spielfreudigen Theaterlaien, die sich durch ihre gemeinsame Zugehörigkeit zum Berner StudentInnentheaterverein gefunden haben. In stetig wechselnder Aufstellung produzieren sie verschiedene Stücke.
Regie und Text: Klara Risch und Jessica Gruber
Text : Anna Glünz
Spiel: Marlow Künzi, Tamara , Andri Hummel, Aurel Müller, Carla Anliker, Jan Müller, Lia Tanner, Lisa Costa, Moana Imlig, Zoe Ehm, Ulu, Gregor Müller und Umberto Menegon
Awareness und Zugänglichkeit
Triggerwarnungen
- sexueller Übergriff
- Tod
- religiöser Wahn
- Hexenverbrennung
Barrierefreiheit
Das Stück wird laute Musik und Stroboeffekte haben. Ebenso wird Nebel verwendet.